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Basiswissen: Was ist Schwarzkümmel? 002

Viele Krankheiten – ein Mittel

Wer die lange Liste von Erkrankungen sieht, gegen die Schwarzkümmel in seinen unterschiedlichen Formen (Öl, Samen, Kapseln) hilft, wird zunächst einmal ungläubig den Kopf schütteln und sagen: »Das ist doch nicht möglich!« Aber die vielseitige Anwendbarkeit von Schwarzkümmel beruht darauf, dass er die körpereigene Abwehr stabilisiert und stärkt. So kommt es, dass er viele Beschwerden heilt oder lindert, die auf Störungen des Immunsystems basieren. Den Schwarzkümmel deswegen als Wundermittel zu bezeichnen wäre sicher übertrieben. Unbestritten ist aber, dass er wirkt.

Heilpflanze mit uralter Tradition

Die aus Ägypten stammende Schwarzkümmelpflanze enthält in mohnähnlichen Kapseln wertvolle Samen mit über 100 hochwirksamen Inhaltsstoffen. Ihre heilenden und pflegenden Eigenschaften haben dazu geführt, dass Schwarzkümmel im Orient seit mehr als 3000 Jahren als vielseitige Naturmedizin in hohem Ansehen steht.
Auch in Europa war Schwarzkümmel als Heil- und Gewürzpflanze einst sehr geschätzt. Im 18. Jahrhundert geriet er jedoch in Vergessenheit und schmückte lange nur noch als Zierpflanze die heimischen Gärten. Seit einiger Zeit hat man den Schwarzkümmel jedoch auch in unseren Breiten wiederentdeckt; seither versuchen Forscher in Europa und den USA wissenschaftlich nachzuweisen, was bisher reines Erfahrungswissen war.

Das Immunsystem – ständig in Aktion

Unser Organismus ist Tag für Tag einer Vielzahl von Mikroorganismen und Krankheitserregern ausgesetzt, neben Fremdkörpern vor allem Bakterien, Viren und Pilzen. Aber davon merken wir im Normalfall nichts, denn unser Körper verfügt über einen gut funktionierenden Abwehrmechanismus – das Immunsystem. Ein gesundes Immunsystem reagiert auf Angriffe von außen, bekämpft die schädlichen Eindringlinge und macht sie auf dem schnellsten Weg unschädlich. Erst wenn die körpereigene Abwehr ihre Schutzfunktion nicht mehr wahrnehmen kann, kommen die Erreger zum Zug. Und wenn sie erst einmal eine Angriffsfläche gefunden haben, steigt das Risiko von Infektionen und anderen Erkrankungen beträchtlich.
Dauerhafter Stress und starke psychische Belastungen, Umweltgifte, Schlaf- und Bewegungsmangel oder Ernährungsfehler führen zu einer Schwächung des Immunsystems und beeinträchtigen seine Schutzfunktion für den menschlichen Organismus. Immer mehr Menschen in den westlichen Industrieländern sind davon betroffen.
Die Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit für Erkältungs- und Hautkrankheiten, für Atemwegs- und Pilzerkrankungen sowie für Allergien. Auch Störungen des Verdauungssystems, chronische Erschöpfungszustände und Migräne können Symptome von Abwehrschwäche sein. Darüber hinaus wird auch zwischen Krebserkrankungen und bestimmten Immunstörungen ein ursächlicher Zusammenhang vermutet, den nicht zuletzt die Heilerfolge des Schwarzkümmels bei Tumorerkrankungen ans Licht brachten.

Pflanzenkraft zur Immunsteigerung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Immunsystem zu stärken. Chemische Präparate haben häufig schädliche Nebenwirkungen und unterdrücken die Symptome einer Krankheit nur, ohne sie langfristig zu heilen. Deswegen werden die Methoden der Schulmedizin heute mehr denn je hinterfragt. Immer mehr Menschen vertrauen auf natürliche Heilmethoden, die auf dem Erfahrungsschatz der eigenen Kulturtradition wie auch auf der anderer Völker beruhen. Insbesondere die Wirkungsweise von Heilpflanzen wird verstärkt untersucht und getestet. In diesem
Köstlich würzen – natürlich heilen
Schwarzkümmel hat nicht nur gesundheitliche Vorzüge. Auch aus der Küche des Orients ist er nicht wegzudenken. Er wird dort für die unterschiedlichsten Speisen verwendet. In den USA ist das aromatische Gewürz ebenfalls längst zur populären Nahrungsergänzung geworden. Schwarzkümmel ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch besonders bekömmlich – die ideale Zutat für eine kulinarische Gesundheitsküche. In diesem Ratgeber finden Sie Rezepte, mit denen Sie sich verwöhnen und gleichzeitig gesund kochen können. Ihre persönliche Schwarzkümmelkur und ein umfangreiches Beschwerdenalphabet runden das Schwarzkümmelprogramm für Ihre Gesundheit ab.
Buch erfahren Sie, wie Schwarzkümmel die körpereigene Abwehr stabilisiert und wieder aufbaut – auf sanfte und natürliche Weise, ohne Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten mit anderen Behandlungsmethoden. Darüber hinaus finden Sie einen Überblick über die bewährten Anwendungen von Schwarzkümmel bei den häufigsten Erkrankungen (siehe S. 54ff.).

Kurzer Steckbrief des Schwarzkümmels

Der Schwarzkümmel (Nigella sativa) stammt ursprünglich aus Kleinasien und wird heute in Nordafrika, Vorderasien und Südosteuropa angebaut. Zu den wichtigsten Produktionsländern gehören Ägypten, Indien, Pakistan, Iran, Irak und die Türkei. Das trockenheiße Klima und der sandige Boden dieser Länder bieten der Schwarzkümmelpflanze die idealen Wachstumsvoraussetzungen. Der ägyptische Schwarzkümmel, der für Heilzwecke am besten geeignet ist, wird inmitten der Arabischen Wüste in ausgedehnten Oasen angebaut.

Verschiedene Schwarzkümmelarten

Neben Nigella sativa, dem ägyptischen Schwarzkümmel, gibt es noch eine Reihe weiterer Schwarzkümmelarten, die jedoch eine geringere oder gar keine Bedeutung als Heilpflanzen haben. Eine Sorte, Nigella garidella, ist sogar giftig. Der Damaszener oder Türkische Schwarzkümmel (Nigella damascena) ist in unseren Breiten als Zierpflanze heimisch. Seine Blüten sind von einem intensiven Himmelblau. Der Samen ist graubraun und etwas kleiner als beim ägyptischen Schwarzkümmel; er entfaltet beim Zerreiben ein Erdbeeraroma. Den längeren und feineren Blättern verdankt er seine vielen volkstümlichen Namen: In
Deutschland ist der Türkische Schwarzkümmel auch als »Jungfer im Grünen«, »Gretel im Busch«, »Gretel in der Heck’« oder »Braut in Haaren« bekannt.

Von der Aussaat bis zur Ernte

Die zur Ölgewinnung bestimmten Schwarzkümmelpflanzen werden im September ausgesät. Bis zur Blüte werden die Felder regelmäßig bewässert. Wenn sich Kapseln gebildet haben, wird die Bewässerung eingestellt, damit der Samen trocknen kann. Die Ernte beginnt, sobald die Pflanzen von unten her absterben. Die Kapseln sind dann hellbraun, die Samenkörner tiefschwarz und hart. Geschnitten wird vor Sonnenaufgang, um das Feuchtwerden durch Morgennebel oder Tau zu verhindern. Die abgemähten Pflanzen werden zum Trocknen in großen Bündeln auf saubere Tücher gelegt und in regelmäßigen Abständen gewendet. Schließlich wird der Samen ausgedroschen, in Säcke gefüllt und zur Ölmühle transportiert.
Schwarzkümmelöl, das für therapeutische Zwecke verwendet wird, muss kaltgepresst werden. Bei höheren Temperaturen würden die wertvollen ungesättigten Fettsäuren zerstört. Die Ausbeute an reinem Öl ist bei der Kaltpressung zwar geringer als bei chemischer Extraktion, doch dafür bleiben alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten.

Geheimnis der Pharaonen

Die Verwendung von Schwarzkümmel als Gewürz und Heilpflanze lässt sich bis ins alte Ägypten zurückverfolgen. Dort war der Samen ein unentbehrlicher Bestandteil von vielen Nahrungsmitteln, z. B. von Fladenbrot. Die Leibärzte der Pharaonen hatten immer ein Schälchen Schwarzkümmelsamen griffbereit, als Digestif nach ausschweifenden Gelagen und als wirksames Heilmittel bei Erkältungen, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Entzündungen. In der Grabkammer des Pharaos Tutenchamun fanden Archäologen ein Fläschchen mit der altägyptischen Naturmedizin – als Grabbeigabe für ein Leben nach dem Tod.
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Die wichtigsten Inhaltsstoffe
Bei Schwarzkümmel handelt es sich um ein ausgesprochenes Komplexmittel mit mehr als 100 zum Teil noch unerforschten Inhaltsstoffen. Seine hohe Wirksamkeit beruht auf dem Zusammenspiel von fetten Ölen, ätherischen Ölen und Spurenelementen. Die Inhaltsstoffe setzen sich wie folgt zusammen:
→ 21 Prozent Eiweiß
→ 35 Prozent pflanzliche Fette (bestehend aus ätherischen Ölen und fetten Ölen; die fetten Öle enthalten zu mehr als 50 Prozent die wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren)
→ 38 Prozent Kohlenhydrate
→ 6 Prozent andere Bestandteile
Wichtige Einzelwirkstoffe des Schwarzkümmels sind das Saponin Melanthin und der Bitterstoff Nigellin. Ihnen verdankt die Heilpflanze ihre appetitanregende, verdauungs- und ausscheidungsfördernde Wirkung. Auch Gerbstoffe konnten in den Samen des Schwarzkümmels nachgewiesen werden. Für Heilzwecke von besonders großer Bedeutung ist der ätherische Wirkstoff Nigellon Semohiprepinon. Er hat eine lindernde Wirkung bei Asthma bronchiale sowie bei Keuchhusten.
Schwarzkümmelöl wurde aber schon damals nicht nur als Speiseöl und Heilmittel, sondern auch zur Schönheitspflege eingesetzt. Es soll für den Bronzeteint der alten Ägypter verantwortlich gewesen sein.

Eine alte Naturmedizin wird neu entdeckt

Trotz seiner langen Tradition im Orient wurde die heilkräftige Wirkung des Schwarzkümmels in Europa erst durch einen Zufall bekannt: Vor einigen Jahren wurde das wertvolle Dressurpferd Baronesse plötzlich von schweren Asthmaanfällen heimgesucht. Das Pferd stand zu diesem Zeitpunkt in der Münchner Reitakademie und gehörte einer 14-jährigen Schülerin. Die Besitzerin führte das Pferd mehreren Tierärzten vor, die allesamt Kortisontherapien vorschlugen. Eine solche Behandlung kam jedoch wegen der schädlichen Nebenwirkungen nicht infrage.
Endlich fand die Schülerin einen Tierarzt, der mit naturheilkundlichen Methoden praktizierte. Er suchte nach einem Weg, die Asthmaerkrankung ohne die üblichen nebenwirkungsreichen Standardpräparate zu behandeln. Doch auch er konnte trotz aller Bemühungen keine Erfolge verbuchen. Deshalb kontaktierte der Mediziner einen befreundeten Arzt aus Ägypten und bat ihn um einen Tipp. Er empfahl ein Heilmittel, mit dem man in seiner Heimat schon seit Jahrhunderten wertvolle Araberpferde von Immunstörungen kuriert: Schwarzkümmelsamen.

Aufsehen erregender Heilerfolg

Auf den ärztlichen Rat aus Ägypten hin gelangte das orientalische Gewürz in eine deutsche Arztpraxis. Nachdem der Tierarzt der asthmakranken Stute Schwarzkümmelsamen ins Futter gemischt hatte, wurde das Tier erstaunlich schnell wieder gesund und gewann bald darauf sogar wieder Medaillen.
Der spektakuläre Heilerfolg führte dazu, dass das Gewürz sofort ins Forschungslabor kam. Seither sind Wissenschaftler mit der exakten Auswertung der Wirkweise von Schwarzkümmelöl beschäftigt. Da es sich um ein ausgesprochen komplexes Mittel mit mehr als 100 Inhaltsstoffen handelt, sind die Forschungen noch längst nicht abgeschlossen. Schon heute zeichnet sich jedoch ab, dass die Ergebnisse der Studien sämtliche Erwartungen weit übertreffen. Dies gilt vor allem für die kräftigende und stabilisierende Wirkung von Schwarzkümmel auf das Immunsystem.
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Botanische Merkmale
→ Schwarzkümmel zählt botanisch zur Gattung der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
→ Die Pflanzen haben leicht behaarte Stängel und grün glänzende, dreifach gefiederte Blätter. Die endständigen Blüten sind milchweiß, an der Spitze grünlich oder bläulich gefärbt.
→ Die Schwarzkümmelsamen sind in mohnähnlichen Kapseln enthalten, die von fünf schnabelartigen Fortsätzen gekrönt werden. Sie schimmern mattschwarz und verbreiten einen aromatischen Gewürzduft, der an Anis erinnert. Die schwach gewölbten, dreikantigen Samenkörner haben einen hohen Gehalt an wertvollem Öl.
→ Schwarzkümmelpflanzen sind einjährig und werden zwischen 30 und 60 Zentimeter hoch.
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Schwarzkümmel und Immunsystem

Hilfe bei Immunschwäche

Die mit Schwarzkümmel erzielten Heilerfolge haben bewirkt, dass sich inzwischen auch die Schulmedizin mit dem Naturheilmittel befasst. Amerikanische Krebsforschungsinstitute untersuchten im Labor die Wirkung von Schwarzkümmelöl auf das Wachstum von Tumoren und gingen dem überlieferten Wissen der ägyptischen Heiler mit modernen Analyseverfahren auf den Grund.
Im Mittelpunkt aller neueren Studien steht die positive Wirkung von Schwarzkümmelöl auf das Immunsystem: Wenn dieses gestärkt wird, können damit gleichzeitig auch die verschiedensten Erkrankungen geheilt oder zumindest gelindert werden. Um besser verstehen zu können, wo eine Behandlung mit Schwarzkümmel ansetzt, ist zuvor eine kurze Beschreibung der Arbeit des Immunsystems notwendig.

Wie die Immunabwehr arbeitet

Durch die Körperöffnungen gelangen unentwegt Bakterien, Viren und Pilze in unseren Organismus, weswegen dort Schleimhäute sitzen, um eindringende Schadstoffe abzuwehren. Hautverletzungen vermehren jedoch die Zahl der möglichen Eintrittspforten für Krankheitserreger. Das Risiko einer Infektion steigt dadurch. Dem Immunsystem kommt die Aufgabe zu, den Körper vor diesen Angriffen von außen zu schützen.
In der Lymphflüssigkeit und im Blut zirkulieren Millionen von Zellen, die man sich wie eine Armee von hoch spezialisierten Abwehrkämpfern vorstellen muss: Manche erkennen Feinde, andere schlagen Alarm, und wieder andere vernichten dann die eingedrungenen Erreger.

Aufgabenteilung im Immunsystem