cover

Andreas Winter

Heilen
durch
Erkenntnis

Die Intelligenz des Unterbewusstseins
Sich selbst und andere heilen

 

 

Haben Sie Fragen an Andreas Winter?
Anregungen zum Buch?
Erfahrungen, die Sie mit anderen teilen möchten?

Nutzen Sie unser Internetforum:

 

Wichtiger Hinweis für E-Book-Leser
Dem E-Book liegt – im Gegensatz zum gedruckten Buch – aus technischen Gründen keine Starthilfe-CD bei. Die Audio-CD mit dem Coaching-Programm von Andreas Winter kann jedoch separat als Download erworben werden.
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:

 

Image

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar.

 

Andreas Winter

Heilen durch Erkenntnis

Die Intelligenz des Unterbewusstseins

Sich selbst und andere heilen

 

E-Book (E-Pub): ISBN 978-3-86374-037-5

(Druckausgabe: ISBN 978-3-938396-68-1, 1. Auflage 2011)

 

Mankau Verlag GmbH

Postfach 13 22, D-82413 Murnau a. Staffelsee

Im Netz:

Internetforum:

 

Lektorat und Endkorrektorat: Dr. Thomas Wolf, MetaLexis

 

Gestaltung Umschlag: Andrea Barth, Guter Punkt GmbH & Co. KG,

München,

 

Gestaltung Innenteil: Sebastian Herzig, Mankau Verlag GmbH

E-Book:

 

Druck: Bercker Graphischer Betrieb GmbH & Co. KG, Kevelaer

 

Hinweis des Verlags

Der Autor hat bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge mit Sorgfalt recherchiert und geprüft, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr; Verlag und Autor können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch dargestellten Inhalte ergeben. Bitte respektieren Sie die Grenzen der Selbstbehandlung und suchen Sie bei Erkrankungen einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker auf.

 

Der Inhalt wurde auf Recyclingpapier gedruckt.

Vorwort von Jürgen Fliege

Der klassische Medizinbetrieb ist im Umbruch. Die wirtschaftlichen Aspekte und die Patienten zwingen ihn dazu. Die einen, weil er sich einfach fortschreibend nicht mehr finanzieren lässt, und die anderen, weil sie die sprachlose Schulmedizin nicht mehr ausschließlich als ihr Heil ansehen und nach anderen Wegen suchen wie angestautes Wasser.

 

Die Entdeckung der alle Krankheit begleitenden sozialen, psychischen und spirituellen Komponenten kommt dagegen schnell vorwärts. Der Mensch ist eben keine Maschine und auch kein ausschließlich chemisches Mixtum. Er ist auch ein soziales, seelisches und geistiges Wesen, das an diesen Stellen seiner Existenz erkranken, aber eben auch geheilt werden kann.

 

Wenn jetzt Andreas Winter einen Versuch unternimmt, in diesem Umbruch der Medizin seinen Beitrag einzubringen, nämlich einmal danach zu schauen, welche seelischen, oft chronischen Prägungen und Programme den Menschen erst einmal erkranken lassen und dann auch noch an die Krankheit fesseln, dann lässt das hoffen. Schließlich ist Winter dadurch bekannt geworden, dass er seine Klienten nicht jahrelang an eine Couch fesselt, sondern quasi in einem Hauruckverfahren auf die seelisch falsch verkoppelten Lebenserfahrungen stößt, um sie dem Patienten zu zeigen und aufzulösen.

 

Jürgen Fliege
Evangelischer Pfarrer, Fernsehmoderator und Autor
im September 2011

Einleitung

„Wenn du vor etwas Angst hast, finde heraus warum, und die Angst wird kleiner!“

Nino G. Sisto

Im Jahre 1987 machte ich als Pädagogik-Student im dritten Semester eine für mich überraschende Erfahrung: Chronische Krankheiten lassen sich durch eine Erkenntnis heilen. Damals beschäftigte ich mich bereits seit einigen Monaten mit „Allgemeiner Psychologie“. Die Ansätze des großen Pioniers der Individualpsychologie Alfred Adler (1870 – 1937), der den Ursprung seelischer Probleme in der frühen Kindheit ansiedelte, prägten mein psychologisches Grundverständnis: Aktuelle Probleme haben eine alte, verborgene Ursache – das war für mich eine spannende Botschaft. Zusätzlich faszinierten mich aber auch von Kindheit an solche ungewöhnlichen Themen wie Hypnosetherapie, Graphologie und Traumdeutung, in denen ich mich selbst autodidaktisch fortbildete. Es war für mich beeindruckend, wie sich Charakter und Persönlichkeit eines Menschen etwa in seiner Handschrift, seinen Träumen und seinem Aussehen widerspiegeln und wie logisch und nachvollziehbar sein Verhalten erscheint, wenn man die Biografie seiner Kindheit mit dem rechten analytischen Blick betrachtet. Waren die Ursachen einer Verhaltensstörung erst erkannt, so ergaben sich enorme Möglichkeiten der Therapie, so schien es damals schon.

 

Verhaltensänderungen gelten in der gängigen Vorstellung als derart schwierig, gar nahezu unmöglich, dass die klassische Psychotherapie sich eigentlich damit selbst in Frage stellt. Da aber die Hypnose offenkundig eine enorm rasche Möglichkeit des Eingriffes ins menschliche Verhalten bot, wurde ich immer neugieriger. Meine ersten aktiven Hypnoseerfahrungen machte ich mit 21 Jahren bei meinen Freunden. So führte ich oft nebenbei kleine „Therapien“ zur Auflösung von Ängsten, Zwangsstörungen, Übergewicht, Rauchen oder Hautproblemen durch. Das Überraschende für mich dabei war nicht einmal so sehr, dass es mir mit Anfang zwanzig überhaupt gelang, so schwerwiegende Störungen aufzulösen, sondern dass dies meist nur eines einzigen Gespräches bedurfte und von großer Nachhaltigkeit war. Hilfe war offenbar möglich – sie war einfach, ging schnell, war extrem erfolgreich und man konnte sie erlernen!

 

Wie Sie sich vorstellen können, ließen mich diese Erfahrungen mein Leben lang nicht mehr los, und das obwohl ich ganz und gar nicht schnurstracks auf meinen jetzigen Beruf als Coach zusteuerte – ganz im Gegenteil. Offen gestanden wusste ich gar nicht, worin eigentlich meine besonderen Stärken lagen, und obwohl ich irgendwann meinen Uni-Abschluss als Diplom-Pädagoge in der Tasche hatte, sammelte ich zunächst Erfahrungen in den verschiedensten Berufen: Ich arbeitete als Pflegeassistent, Bürokraft und war zeitgleich Discjockey in verschiedenen Diskotheken. Ich versuchte mich in Marketing, als Veranstaltungskaufmann und als Redakteur – doch trotz aller Erfolge, nichts von alledem war „meins“.

 

Ich hörte auf den guten Rat meines Vaters, einem einfachen Arbeiter aus dem Ruhrgebiet. Er riet mir, meine Berufswahl gründlich zu überlegen und mir Zeit zu lassen, bevor ich mich auf eine Tätigkeit festlege, der ich dann möglicherweise ein Leben lang nachkommen werde. Mit 32 Jahren war es dann so weit. Ich beschloss, aus meiner Leidenschaft, der Psychologie, endlich einen Beruf zu machen. Zu groß waren zuvor – als „Hobby-Therapeut“ – die Bedenken gewesen, ob denn wirklich alles so einfach sein könne, wie ich es seit Jahren erlebte – schließlich hatte ich auch zwischenzeitlich den einen oder anderen Misserfolg hinnehmen müssen. Überdies stieß ich immer wieder auf größte Skepsis seitens der Fachleute – ungeachtet meiner zahlreichen positiven Beispiele aus der praktischen Erfahrung im Alltag. Doch dann nahm alles sehr rasch seinen Lauf: Anfänglich war ich noch in einer Gemeinschaftspraxis mit einer Heilpraktikerin, nach kurzer Zeit eröffnete ich meine eigene Praxis, vergrößerte sie zu einem Institut mit mehreren Mitarbeitern, zog mit allem Drum und Dran von Dortmund nach Iserlohn in modernere Praxisräume. Ich begann, meine Bücher zu schreiben, und bilde heutzutage Menschen aus ganz Europa nach meiner Methode und meinem Ansatz aus.

 

Was das für eine Methode ist, wie der Ansatz lautet und warum es so einfach ist, ihn zu erlernen, erfahren Sie in diesem Buch. Ich möchte Ihnen darin all das Wissen weitergeben, welches notwendig ist, um einem Menschen schnell und nachhaltig zu helfen.

 

 

Wichtiger Hinweis für E-Book-Leser
Dem E-Book liegt – im Gegensatz zum gedruckten Buch – aus technischen Gründen keine Starthilfe-CD bei. Die Audio-CD mit dem Coaching-Programm von Andreas Winter kann jedoch separat als Download erworben werden.
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:

1. Die Ausgangslage

Darf ein Arzt noch heilen?

Es galt und gilt weder in der Medizin noch in der klassischen Psychotherapie als selbstverständlich, innerhalb eines einzigen Gespräches einem Menschen mit psychischen oder psychosomatischen Störungen dazu zu verhelfen, vollständig und nachhaltig symptomfrei zu werden. Die üblichen Therapiekonzepte für Neurodermitis, Allergien, Magersucht oder Depressionen sehen langwierige monatelange Gespräche und reichlich dosierte Medikamente vor. Starke Nebenwirkungen müssen dabei stets in Kauf genommen werden. Der Ausgang dieser Therapien ist unklar. Bei vielen Krankheiten, wie etwa Arthrosen, Tumoren, Diabetes, Magen- und Darmleiden, scheint so lange medikamentös behandelt zu werden, bis eine Operation unausweichlich geworden ist. Und nach der Operation werden weiterhin Medikamente verordnet.

 

Ich möchte Sie etwas fragen: Glauben Sie, dass ein Arzt, dessen Studium mindestens sechs Jahre dauert und mehrere zehntausend Euro kostet, nicht den nötigen Horizont hätte, um mit einigen Fragen herauszubekommen, welche Lebensweise seinen Patienten krank gemacht hat? Wäre es nicht eher denkbar, dass ein Akademiker, dessen Fakultät unglaublich viele Forschungsgelder verschluckt, über das Wissen verfügen könnte, Ihnen bewusst zu machen, warum Sie zu viel Genussgifte zu sich nahmen, warum Sie zu wenig getrunken oder Sport getrieben haben oder warum Sie ein Leben lang Angst hatten, Ihren Kummer oder Stress zu äußern und abzubauen? Glauben Sie, Ihr Arzt könne Ihnen nicht helfen, einfach gesund zu werden und zu bleiben? Ich persönlich vermute, er könnte schon, doch er darf es nicht! Ich werde auf diese gewagte These später noch näher eingehen.

 

Im allgemeinen Verständnis von Medizin gilt, was nicht stimmt: Einen Menschen wirklich endgültig zu heilen, ist wenig wahrscheinlich. Fragen Sie mal bitte einen Arzt, ob er glaubt, mit medizinischen Mitteln eine Krankheit heilen zu können. Einfache Heilung von chronischen Krankheiten und dauerhaften Störungen gilt auch heute, 25 Jahre nach meinen ersten Erfahrungen mit „Heilung“, noch immer nicht als normal und möglicherweise sogar aus Sicht der Pharmaindustrie als unerwünscht. Ein gesunder Patient ist ein verlorener Kunde! Rund 240 Milliarden Euro werden jährlich allein in Deutschland für die Gesundheit ausgegeben, ein Zehntel unseres Bruttoinlandsproduktes – der Kuchen ist offenbar einfach zu groß, um ihn ungegessen liegen zu lassen! Doch all das war mir damals selbstverständlich nicht klar. Alles, was ich bislang über die menschliche Psyche, über den Körper und sein Verhalten gelernt hatte, legte für mich den Schluss nahe, dass psychische und psychosomatische Störungen eine ganz einfache Ursache und damit auch eine ganz einfache Lösung haben müssen. Ich hielt es für völlig natürlich, dass die Analyse der Ursachen eine dauerhafte Besserung bringen muss. Der Anspruch an Therapie ist, dass sie dem Menschen hilft, wieder gesund zu werden, so dachte ich. Umso verwunderter war ich, als ich später erfahren musste, dass die vollständige Heilung des Patienten ohnehin nicht zum Primärziel der Medizin gehört, sondern bestenfalls das Lindern von Symptomen.

 

Unbestritten trugen die Errungenschaften der modernen Medizin zur Verringerung der Säuglingssterblichkeit und zu einer enormen Verlängerung der Lebenszeit bei. Krankheiten und Unfallfolgen führen heutzutage längst nicht mehr mit der gleichen Wahrscheinlichkeit zum Tod wie noch vor, sagen wir, fünfzig Jahren. Ich beobachte jedoch mit Unverständnis, wie zahllose Patienten ein Leben lang zur Einnahme einer Anzahl von Medikamenten verpflichtet werden, obwohl die Forschung eindeutig zeigt, dass Menschen, die scheinbar „unheilbare“ Krankheiten haben, durch einfachen, aber effektiven Einsatz nichtmedizinischer Methoden schnell, nachhaltig und nebenwirkungsfrei gesund werden können.

 

Die an Parkinson erkrankte französische Nonne Marie Simon-Pierre ist ein offiziell anerkanntes Beispiel dafür, dass eine als unheilbar eingestufte Krankheit sehr wohl heilbar sein kann. Simon-Pierre hatte fortschreitend linkseitigen Tremor (Zittern), doch ihre Spontanheilung erfolgte nach einem einzigen Gebet zum verstorbenen Papst Johannes Paul II. Diese Heilung gilt der katholischen Kirche als Wunder und führte zu dessen Seligsprechung am 1. Mai 2011. Ein Geist heilt Parkinson – ist das nicht jenseits aller rationalen und wissenschaftlichen Diskussion? Abwertend könnte man denken: „Aberglaube als Heilmittel?“ Doch es geschah tatsächlich und es gibt Tausende von dokumentierten Fällen, bei denen Menschen, die als medizinisch unheilbar galten, wieder genesen sind – ohne Medizin. Ob Krebs oder vorgeburtliche Missbildungen, ob Unfall oder Infektion – ehemalige Kranke konnten wieder ein ganz normales Leben führen. Auf der ganzen Welt gibt es Beispiele von Menschen, die eben nicht ein Leben lang Herz-, Nieren-, Leber-, Blutdruck- und gerinnungsregulierende Medikamente schlucken müssen und bis zum Ende ihrer Tage von einer Operation zur nächsten gerollt werden.

 

Lässt sich ein solches Wunder wiederholen? Man kann Glauben doch nicht auf Rezept bekommen? Böse gedacht, könnte man sagen: „Wenn eine leichtgläubige und verzweifelte Nonne betet und es ihr dann etwas besser geht, so war sie bestimmt gar nicht richtig krank, oder? Was ist mit den ganzen Parkinson-Erkrankten, die nicht im Kloster wohnen? Was ist mit den ‚bodenständigen‘ Herzpatienten aus den Chefetagen der Firmen? Oder mit den Abermillionen Krebs- und AIDS-Kranken? Sollen die nun alle zu einem verstorbenen Papst beten?

 

Die Antwort darauf bekommen wir von dem renommierten amerikanischen Endokrinologen Dr. Deepak Chopra. Er schrieb: „Selbst wenn sich nur einer von zehn Millionen Menschen selbst von Krebs oder Aids heilt, müssen wir uns damit befassen. (…) Auch wenn es nur ein einziges Mal passiert, muss es einen bestimmten Mechanismus dafür geben. Und wenn ein Mechanismus existiert, wollen wir als Wissenschaftler wissen, wie er funktioniert, denn sobald wir ihn verstanden haben, können wir das Phänomen vielleicht reproduzieren.“

 

Ich stimme dem zu. Wir müssen forschen, denn wir alle können eines Tages von schwerer Krankheit betroffen sein. Denken Sie an Ihre Eltern oder Großeltern, an Ihren Partner oder gar an sich selbst. Wir sind nicht nur verpflichtet, zu ergründen und herauszufinden, was heilt, sondern auch dazu, dieses Wissen der Öffentlichkeit leicht zugänglich zu machen. Doch es scheint, als sei die naheliegende und effektivste Lösung wirtschaftlich unerwünscht und als würden wirklich erfolgreiche Helfer und Heiler ideologisch und juristisch in ihrer heilenden Tätigkeit eingeschränkt. Unsere Volksgesundheit ist ein einträgliches Geschäft, solange sie in weiter Ferne bleibt. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Ärzte durch Verordnungen dazu genötigt werden, nur auf Medikamente zurückzugreifen, die nicht nebenwirkungsfrei sind, was den Patienten von weiterer Medikation abhängig macht. Achten Sie einmal darauf: Nach einem Klinikaufenthalt aufgrund schwerer Krankheit wird ein Patient mit mindestens vier verschiedenen Medikamenten versorgt, welche er über einen langen Zeitraum nicht mehr absetzen darf. Je mehr Nebenwirkungen sich bemerkbar machen, desto mehr weitere Pillen kommen hinzu – anstelle einer einfachen Therapierung der Ursache des Leidens.

 

Trotz aller medizinischen Erfolge häufen sich somit verständlicherweise bei Patienten die Wut und die Enttäuschung über unser Medizinsystem. Immer öfter bekomme ich von meinen Kunden Unmutsäußerungen über Ärzte zu hören. Gerade die Menschen, in deren Hände wir vertrauensvoll unsere Gesundheit zu legen gewohnt waren, treffen härteste Vorwürfe. Oft heißt es, die ärztliche Heilkunst bestünde nur noch darin, immer mehr Medikamente mit immer mehr Nebenwirkungen zu verabreichen – und das, ohne echte Heilung zu erzielen. Angeheizt wird diese Frustentladung durch Medienberichte über ganz offensichtliche therapeutische Erfolge, die mit wenigen oder gar keinen Medikamenten gänzlich ohne Nebenwirkungen eine echte und vollständige Genesung von Krankheit ermöglicht haben. Was läuft da schief in unserem System? Die ehemals medizingläubige Gesellschaft scheint sich allmählich abzukehren vom viel beschworenen „Halbgott in Weiß“. Wie kommt das? Sind Ärzte nicht jene Menschen, die oftmals ihre eigene Gesundheit opfern, um unermüdlich und mit großem Einsatz den Kampf für die Gesundheit anzutreten? Das einstige positive Image der Hippokrates-Jünger scheint zu bröckeln, ja gar in einer großen Staubwolke zusammenzubrechen, verfolgt man die zahlreichen Publikationen, Berichte und Reportagen: Marionetten der multinationalen Pharmakonzerne, unfähig oder ohne Interesse, einem Menschen wirklich zu helfen, geschweige denn ihn zu heilen – so der immer lauter werdende Tenor in der Bevölkerung. Echte therapeutische Erfolge scheinen unerwünscht, vielleicht weil dann die regelmäßige Einnahmequelle versiegen würde; wer gesund ist, ist für den Pharma-Hersteller kein Kunde mehr. Der Arzt soll helfen, aber nicht heilen.

 

Es geschah im Zuge der europäischen Industrialisierung, dass die aufkommende Psychotherapie plötzlich durch schnelle Medikamentengabe verdrängt wurde. Die Leistungsgesellschaft forderte eine rasche Symptomunterdrückung, damit Arbeiter schnell wieder einsatzklar waren. Hieraus entwickelte sich eine bedingungslose Medizingläubigkeit, die von der Pharmaindustrie leicht auszunutzen war: Man verschreibe den Menschen ein Mittel gegen ihre Symptome, ohne tatsächlich die Ursachen zu heilen; am besten noch mit Nebenwirkungen, gegen die man ebenfalls Medikamente verschreiben kann. Das dauerhafte Verschieben von Symptomen ist zu einem lukrativen Teufelskreis geworden. Die Leidtragenden sind jedoch nicht nur die Patienten, die sich in lebenslanger medizinischer Abhängigkeit befinden, sondern auch all unsere moralisch integren Ärzte, deren einstige Berufsmotivation, Menschen zu heilen, ad absurdum geführt wird. Es wird höchste Zeit, dass durch echte Heilung wieder zurechtgerückt wird, was vor etwa 100 Jahren aus industriellen Interessen heraus ver-rückt wurde.

 

Ich persönlich kenne einige anständige, hochgebildete und engagierte Ärzte, die bereit sind, zum Wohle der ihnen anvertrauten Patienten wirklich alles zu geben. Eine aussterbende Art? Was wäre, wenn alle Ärzte, die den Anspruch haben, wirklich Ärzte sein zu wollen und keine Pharma-Zuträger, wieder eine Chance zu echten therapeutischen Erfolgen hätten?

 

Es gibt diese Chance. Und sie ist systemverträglich!

 

Heilungsansätze beziehungsweise Therapien sollten weiterhin am Ergebnis gemessen werden – und nicht an ihrer Wirtschaftlichkeit! Daher habe ich dieses Buch geschrieben, um Ihnen den Blick dafür zu öffnen, wie leicht und selbstverständlich es ist, einen Menschen zu verstehen und ihm zur Symptomfreiheit zu verhelfen. Ich glaube an die Ehre und den Anstand vieler Ärzte, die sich nicht länger vom Pharmasystem ihrer verdienten therapeutischen Erfolge berauben lassen wollen. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Ärzte ihre Patienten wirklich bei der Heilung unterstützen wollen. Dass ein Arzt oder Heiler dabei auch für seine Kunst entlohnt wird, halte ich nicht nur für angemessen, sondern sogar für unerlässlich. Wer der Menschheit dient, hat nicht nur Anerkennung, sondern auch Geld verdient.

 

Menschen durch Erkenntnis zur Heilung zu verhelfen, ist kein Kinderspiel. Man braucht etwas Wissen und Erfahrung, auch ist es nicht immer sofort möglich und manchmal vielleicht sogar schon zu spät. Doch es ist machbar. Ich gehe davon aus, dass ein Symptom einem intelligenten unterbewussten Muster folgt und daher mit einer Erkenntnis auch wieder therapiert werden kann. Sie können dieses Buch als Anregung benutzen, sich und anderen zu helfen. Doch seien Sie gewarnt: Was ich schreibe, wird möglicherweise Ihre bisherigen Glaubensgrenzen sprengen, und vielleicht wird dieses Buch sogar Ihr Denken und damit Ihr Leben verändern – doch ich verspreche Ihnen, dass es sich für Sie und Ihre Mitmenschen lohnt.

2. Die Theorie

Hardware versus Software,
Gedanken steuern den Körper

Die klassische Unterscheidung westlicher Philosophie zwischen Körper und Psyche wird heute zumeist von materialistischen Positionen zurückgedrängt. So versucht beispielsweise die Medizin, die Ursache geistiger Störungen, wie etwa Psychosen oder Depressionen, im Gehirn zu lokalisieren und mit Medikamenten zu behandeln. Das Gehirn ist aber ein Organ und nicht Teil des Geistes, und Medikamente sind Substanzen und gehören daher ebenso in den Bereich des Körperlichen. Streng naturwissenschaftlich betrachtet ist der Geist eine organisierende Information und somit immateriell, demnach nicht körperlich. So wie ein Computerprogramm, ein Kochrezept oder ein Lied ebenfalls nicht aus Materie bestehen, sondern aus Information.

 

Man kann Immaterielles nicht mit materiellen Eingriffen verändern, nur umgekehrt: Der Geist formt die Materie. Man kann die Psyche nicht durch Substanzen beeinflussen, sondern nur durch die Wirkung der Substanzen – das ist nicht dasselbe. Welchen gewaltigen Unterschied diese Kleinigkeit ausmacht, darum geht es in diesem Buch.

 

Wir Menschen sind nicht nur ein biologischer Körper aus Fleisch, Blut und Knochen. Wir sind mehr als das – wir haben nun einmal Gedanken und Gefühle! Diese elektromagnetischen Impulse werden von unserem Nervensystem, insbesondere vom Gehirn verarbeitet und beeinflussen unsere „chemische Fabrik“, unseren Stoffwechsel. Ich unterscheide, analog zu einem Computer, zwischen der Hardware, also den körperlichen Bestandteilen, und der Software, dem Programm, den Informationen, die zur Steuerung der Hardware notwendig sind. Somit ergibt sich auch eine praktikable Unterscheidung zwischen somatischen (körperlichen) und psychosomatischen Krankheiten und Symptomen. Eine klassische somatische Krankheit ist meiner Ansicht nach eine erworbene Funktionseinschränkung aufgrund rein körperlicher, also biologischer, chemischer oder physikalischer Ursachen. Diese Ursachen können Strahlung, Gewalteinwirkung, Mutation, Viren, Bakterien, Gifte, Druck oder Temperatur sein. Natürlich werden wir krank, wenn man uns einer Überdosis Strahlen oder Gift aussetzt. Wenn mir ein Hammer auf den Fuß fällt, brauche ich keinen Seelsorger, sondern einen Arzt. Ebenso will ich, wenn ich von einem Bus überfahren wurde, nicht zuhören und über meine Fehler nachdenken, sondern eine Beruhigungsspritze, eine Glukoseinfusion und eine Blutkonserve.

 

Doch diese Dinge sind unnütz bei einem psychosomatischen Symptom. Denn dieses findet seinen Ursprung in einer Information, in einem Gedanken. Die Dinge, die dazu führen, dass Sie zu viel rauchen, zu oft Grippe bekommen oder unter Herzrhythmusstörungen leiden, sind keine Hammerschläge oder Gifte, sondern Informationen, die auf unterbewusster Ebene biochemische Dauerstressreaktionen auslösen!

 

Dass unterbewusste Gedanken unseren Körper steuern können, sehen Sie beispielsweise daran, dass die meisten Menschen, wenn sie eine Wendeltreppe beschreiben sollen, mit dem Finger eine Spiralbewegung machen. Die Vorstellung von der Form der Treppe erzeugt eine Bewegung Ihres Körpers. Dieses Beispiel ist noch harmlos. Deutlicher wird es, wenn Sie als routinierter Autofahrer auf dem Beifahrersitz Ihrer 18-jährigen Tochter mitfahren. Angenommen, Sie hätten nur geringes Vertrauen in die frischen Fahrkünste Ihres Nachwuchses und wären sehr angespannt. Plötzlich läuft ein Kaninchen direkt vor Ihnen quer über die Straße, direkt vor das Auto. Was glauben Sie, was machen Ihre Füße? Genau – bremsen! Aber Sie haben als Beifahrer weder ein Gas- noch ein Bremspedal. Es waren Ihre Gedanken, die Ihren Körper bei einem Auslöser zum irrationalen Handeln gezwungen haben. Das letzte Beispiel, um zu demonstrieren, dass unsere unterbewussten Gedanken den Körper regieren, schildere ich oft bei meinen Vorträgen: Wenn Sie nachts im Bett liegen und träumen, dass Ihr Schlafzimmer brennt, wird ihr Körper Stresssymptome aufweisen: Herzrasen, beschleunigte Atmung, Schwitzen – obwohl es tatsächlich gar nicht brennt. Ihre Gedanken waren es, die auf Ihren Körper Einfluss nahmen. Hormone werden ausgeschüttet, nur weil Sie etwas glauben! Ihre eigenen Gedanken können Sie krank machen und sogar töten – und Ihre eigenen Gedanken können dafür sorgen, dass Ihr Körper sich wieder regeneriert – wie bei der französischen Nonne. Der Körper tut, was wir ihm – bewusst und un-/unterbewusst – sagen.